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Enkhuizen erlebte seine Blütezeit im 17. Jahrhundert. Die Stadt war ein bedeutendes. Zentrum des Heringsfangs und verfügte über die größte Flotte der Niederlande. Neben einer eigenen VOC-Kammer (Vereenigde Oostindische Compagnie) gab es auch eine Niederlassung der Westindischen Compagnie.
Der rege Handel mit dem Baltikum, England, Westafrika und den Ostindischen Inseln brachte großen Wohlstand. Mit rund 25.000 Einwohnern war Enkhuizen damals sogar größer als Amsterdam. Viele prächtige Gebäude aus dieser Epoche zeugen noch heute von diesem Reichtum.
Die traditionelle Bauweise solcher historischer Gebäude basiert auf dem Einsatz von hölzernen Hauptträgern (Moerbalken) und Querbalken (Kinderbalken). Die massiven Hauptbalken spannen von Wand zu Wand und tragen das gesamte obere Geschoss. Die dazwischenliegenden, rechtwinklig verlaufenden Querbalken stützen die Dielenböden.
Ein bemerkenswertes Detail dieses Projekts ist, dass die Eichendielen größtenteils in Längsrichtung der Querbalken verlegt wurden. Diese Art der Verlegung erfordert extra breite Dielen – ein bewusster Rückgriff auf die Bautechniken, wie sie einst von wohlhabenden Kaufleuten bevorzugt wurden.
Im Erdgeschoss bleibt die großzügige Deckenhöhe vollständig erhalten – besonders eindrucksvoll in der Wohnhalle, die aktuell neu eingerichtet wird.
Nach einem Besuch in unserem Holzlager in Doorwerth entschied sich der Bauherr für luftgetrocknete Eichenbalken mit gehobelter Oberfläche. Die jahrelange natürliche Trocknung an der frischen Luft verbessert die Holzqualität und verringert die Neigung zur Verformung deutlich. Gleichzeitig entwickelt das Eichenholz eine warme, gealterte Farbgebung, die hervorragend mit dem historischen Ambiente harmoniert. Die Maße der Balken wurden mit größter Sorgfalt gewählt – nicht nur für statische Anforderungen, sondern auch für eine optische Harmonie mit dem historischen Charakter des Gebäudes. Im Erdgeschoss wurden Hauptträger in den Maßen 21 x 24 cm verbaut, kombiniert mit Querbalken aus Eiche von 10 x 10 cm. In weiteren Bereichen kamen maßgefertigte Tragbalken in variierenden Dimensionen wie 18 x 23 cm, 16 x 22 cm und 21 x 24 cm zum Einsatz. Diese fein abgestimmten Unterschiede spiegeln die verschiedenen Bauphasen des Hauses wider – darunter auch ein später ergänzter Hängeboden, der sich so
klar vom ursprünglichen Deichhaus abhebt.
Die Querbalken wurden traditionell in 10 x 10 cm ausgeführt und mit dem üblichen Achsmaß nach Amsterdamer Fuß verlegt – ein typisches Maß in historischen niederländischen Gebäuden.
Auch das Dachtragwerk wurde aus Eichenholz gefertigt – in farblicher Abstimmung mit den übrigen Holzelementen für ein harmonisches Gesamtbild.
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