Morgen ab 08:00 Uhr geöffnet
Thermisch behandeltes Eichenholz ist unter bestimmten Bedingungen langlebiger als unbehandeltes Eichenholz, jedoch keine universell bessere Wahl. Die thermische Modifikation verbessert die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Schimmel, vermindert gleichzeitig aber die Biegefestigkeit des Holzes. Ob thermisch behandelte Eiche die richtige Wahl ist, hängt von der Anwendung, der gewünschten Optik und den Anforderungen des Projekts ab.
Die folgenden Fragen gehen näher darauf ein, was die Behandlung genau bewirkt, wo sie funktioniert und wo nicht, und wann antikes oder wiederverwendetes Eichenholz die sinnvollere Alternative ist.
Bei der thermischen Behandlung wird Eichenholz auf Temperaturen zwischen 160 und 230 Grad Celsius erhitzt, in einer Umgebung mit wenig oder keinem Sauerstoff. Dies verändert die Zellstruktur des Holzes grundlegend. Die Hemicellulose, ein Bestandteil, der Feuchtigkeit anzieht, wird größtenteils abgebaut. Das Ergebnis ist ein dimensionsstabileres und weniger feuchtigkeitsempfindliches Material.
Auch optisch verändert sich das Holz: Die Farbe wird dunkler, von Hellbraun bis Dunkelbraun oder fast Schwarz, je nach Behandlungstemperatur. Diese dunkle Tönung ist das Ergebnis chemischer Reaktionen in den Holzzellen, nicht einer Oberflächenbehandlung. Das verleiht thermisch behandeltem Eichenholz eine warme, gleichmäßige Optik, die Architekten und Designer anspricht.
Die Behandlung macht das Holz außerdem leichter. Durch den Verlust von Feuchtigkeit und organischen Verbindungen nimmt das Gewicht ab, was bei großen Konstruktionen oder Fassadenverkleidungen praktische Vorteile bieten kann. Gleichzeitig wird das Holz spröder. Die Fasern, die dem Material seine Zähigkeit verleihen, werden beeinträchtigt.
Thermisch behandeltes Eichenholz schneidet bei der Feuchtigkeitsbeständigkeit und biologischen Dauerhaftigkeit besser ab als unbehandelte Eiche. Die abgebaute Hemicellulose bietet weniger Nährboden für Schimmel und holzzerstörende Organismen. Dadurch wird thermisch behandelte Eiche in eine höhere Dauerhaftigkeitsklasse eingestuft als unbehandelte Eiche derselben Art.
Unbehandelte Eiche weist von Natur aus bereits eine gute Dauerhaftigkeit auf, insbesondere als Kernholz. Thermisch behandelte Eiche hält jedoch in feuchten oder wechselnden Bedingungen theoretisch länger, da sie weniger quillt und schwindet. Das verringert langfristig das Risiko von Rissen, Fugen und Feuchtigkeitsschäden.
In konstruktiven Anwendungen bleibt unbehandelte Eiche die stärkere Wahl. Die thermische Modifikation vermindert die Biegefestigkeit und Steifigkeit des Holzes messbar. Für tragende Konstruktionen ist unbehandelte Eiche – und insbesondere antike Eiche, die bereits seit Jahrzehnten ausgehärtet ist – mechanisch gesehen robuster.
Thermisch behandelte Eiche ist für viele Außenanwendungen eine beliebte Option, insbesondere für Fassadenverkleidungen, Terrassen und Gartenmöbel. Die verbesserte Feuchtigkeitsbeständigkeit und Dimensionsstabilität machen sie für wechselnde Witterungsbedingungen geeignet. Dennoch erfordert auch thermisch behandelte Eiche Pflege, wenn auch in geringerem Umfang als unbehandeltes Holz.
Ein wichtiger Aspekt bei der Verwendung im Außenbereich ist die Farbveränderung. Die dunkle Tönung verblasst durch UV-Strahlung zu Grau, ähnlich wie bei anderen Holzarten. Wer die dunkle Farbe erhalten möchte, muss das Holz mit einem UV-schützenden Öl oder Beize behandeln. Ohne Behandlung vergraut das Holz, was ästhetisch durchaus eine bewusste Entscheidung sein kann.
Für hölzerne Fassadenverkleidungen im Außenbereich gilt, dass thermisch behandelte Eiche gute Leistungen erbringt, antike Eiche mit langer Trocknungszeit in der Praxis jedoch mindestens ebenso stabil sein kann. Holz, das bereits fünf Jahre oder länger unter natürlichen Bedingungen ausgehärtet ist, hat den größten Teil seiner Bewegung bereits hinter sich.
Thermisch behandeltes Eichenholz hat einige konkrete Nachteile, die bei der Materialwahl berücksichtigt werden müssen. Die Behandlung verbessert bestimmte Eigenschaften, geht jedoch auf Kosten anderer.
Bei Projekten, bei denen Optik, Authentizität und mechanische Festigkeit im Vordergrund stehen, sind diese Nachteile schnell ausschlaggebend.
Die beste Wahl hängt von der Anwendung, der gewünschten Optik und den Anforderungen des Projekts ab. Antikes oder wiederverwendetes Eichenholz ist in vielen Fällen eine sinnvolle Alternative zu thermisch behandelter Eiche, jedoch nicht in jeder Situation. Die wichtigsten Faktoren sind Stabilität, Charakter, Dauerhaftigkeit und die Atmosphäre, die ein Raum oder eine Fassade ausstrahlen soll.
Antike Eiche hatte Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte, Zeit zum Trocknen und Stabilisieren. Das macht sie dimensionell äußerst stabil, ohne dass die mechanische Festigkeit beeinträchtigt wurde. Die thermische Behandlung simuliert einen Teil dieses Prozesses künstlich. Antikes Holz hat diesen Prozess tatsächlich durchlaufen.
Darüber hinaus trägt antike Eiche etwas in sich, das thermisch behandeltes Holz nicht nachahmen kann: eine eigene Geschichte. Die Patina, der Farbverlauf, die Gebrauchsspuren. Das sind keine Mängel, sondern Eigenschaften. Für Architekten und Designer, die an Projekten arbeiten, bei denen Authentizität zählt, ist das ein wesentlicher Unterschied.
Sehen Sie sich das Angebot an alten Eichenbohlen an, um einen Eindruck der verfügbaren Abmessungen und Holzarten zu erhalten.
Die Wahl zwischen thermisch behandelter Eiche und antikem oder wiederverwendetem Eichenholz ist selten schwarz-weiß. Frank Pouwer denkt vom Projekt aus mit: Welche Anforderungen stellt die Anwendung, welche Optik passt zum Entwurf, und was ist tatsächlich lieferbar?
Lassen Sie sich von abgeschlossenen Projekten inspirieren oder fordern Sie direkt ein Angebot für Ihr Projekt an.
Angebot anfordern und gezielte Beratung zu den Möglichkeiten für Ihre Anwendung erhalten.