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Der Unterschied zwischen luftgetrocknetem und ofengetrocknetem Eichenholz liegt in der Art und Weise, wie dem Holz Feuchtigkeit entzogen wird. Luftgetrocknete Eiche trocknet langsam auf natürliche Weise, unter dem Einfluss von Luft und Zeit. Ofengetrocknete Eiche wird in einer kontrollierten Umgebung beschleunigt getrocknet. Diese Wahl hat direkte Auswirkungen auf die Stabilität, den Charakter und die Verwendbarkeit des Holzes in einem Projekt. Die folgenden Abschnitte beantworten die am häufigsten gestellten Fragen zu beiden Methoden.
Beim Trocknen verliert Eichenholz Feuchtigkeit aus den Zellwänden und den Hohlräumen zwischen den Zellen. Mit dem Verschwinden dieser Feuchtigkeit schwindet das Holz, die Fasern werden steifer und die Tragfähigkeit nimmt zu. Der Trocknungsprozess bestimmt maßgeblich, wie stabil das Holz später ist und wie es auf Schwankungen der Luftfeuchtigkeit reagiert.
Frisch gesägtes Eichenholz weist einen Feuchtigkeitsgehalt von manchmal mehr als fünfzig Prozent auf. Erst wenn dieser Gehalt auf das Niveau der Umgebung absinkt, befindet sich das Holz im Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht wird als Ausgleichsfeuchte bezeichnet. Holz, das diesen Punkt noch nicht erreicht hat, arbeitet weiter: Es schwindet, wirft sich oder reißt. Das ist kein Mangel, sondern eine Eigenschaft des Materials. Die Frage ist, wie man diesen Prozess beherrscht.
Bei Eichenholz spielt auch die Zellstruktur eine Rolle. Eiche hat eine dichte, unregelmäßige Maserung, die Feuchtigkeit ungleichmäßig abgibt. Das macht es anfällig für innere Spannungen beim Trocknen. Eine zu schnelle Trocknung vergrößert diese Spannungen, was zu Rissen an der Außenseite führen kann, während der Kern noch feucht ist.
Bei luftgetrocknetem Eichenholz wird das Holz im Freien gestapelt, mit Zwischenräumen, damit die Luft frei zirkulieren kann. Die Feuchtigkeit entweicht allmählich, angetrieben durch Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dieser Prozess dauert bei Eichenholz in der Regel ein Jahr pro Zentimeter Dicke, und bei schwerem Konstruktionsholz kann das auf fünf Jahre oder mehr ansteigen.
Diese lange Trocknungszeit ist kein Nachteil. Sie ist es gerade, die luftgetrocknetem Eichenholz seinen Charakter verleiht. Die Fasern haben Zeit, sich langsam zu stabilisieren. Die Farbe vertieft sich. Die entstehende Patina ist nicht nachgeahmt, sondern das Ergebnis von Zeit und Witterung. Eichenholz, das fünf Jahre im Freien gestanden hat, trägt das sichtbar in sich.
Der Prozess erfordert jedoch Platz, Geduld und eine sorgfältige Stapelung. Holz, das zu eng aneinanderliegt oder zu wenig Luftzirkulation erhält, trocknet ungleichmäßig und kann schimmeln. Fachkundige Lagerung ist damit ein Bestandteil der Qualität des Endprodukts.
Bei ofengetrocknetem Eichenholz wird das Holz in eine Trockenkammer gebracht, in der Temperatur und Luftfeuchtigkeit präzise geregelt werden. Der Feuchtigkeitsgehalt sinkt innerhalb von Tagen oder Wochen auf ein vorher festgelegtes Niveau, abhängig von den gewünschten Endspezifikationen. Dieser Prozess wird auch als technisches Trocknen oder Kiln Drying bezeichnet.
Der Vorteil von ofengetrocknetem Eichenholz ist die Vorhersehbarkeit. Der Feuchtigkeitsgehalt ist messbar und einstellbar. Das macht das Holz geeignet für Anwendungen, bei denen enge Toleranzen gelten, wie Parkett, Tischlerarbeiten oder Innenausbauteile in klimatisierten Räumen.
Der Nachteil ist, dass die Geschwindigkeit des Prozesses innere Spannungen verursachen kann. Die Außenseite des Holzes trocknet schneller als der Kern, was zu Haarrissen oder inneren Spannungen führen kann, die sich später noch bemerkbar machen. Außerdem geht die allmähliche Farbentwicklung, die bei luftgetrocknetem Holz entsteht, verloren. Ofengetrocknete Eiche sieht gleichmäßiger aus, ihr fehlt jedoch die Tiefe, die Zeit verleiht.
Die stabilste Trocknungsmethode hängt von der Anwendung, der Umgebung und davon ab, was man unter Stabilität versteht. Es gibt keinen absoluten Sieger. Ofengetrocknete Eiche ist in dem Sinne stabil, dass der Feuchtigkeitsgehalt bei der Lieferung genau bekannt und niedrig ist. Luftgetrocknete Eiche ist in dem Sinne stabil, dass die Fasern langsam und gleichmäßig stabilisiert wurden, ohne innere Spannungen.
Für konstruktive Anwendungen in einer Umgebung mit wechselnder Luftfeuchtigkeit, wie einem historischen Gebäude, einem Gutshaus oder einer offenen Halle, ist luftgetrocknete Eiche in den meisten Fällen die sinnvollere Wahl. Die langsame Trocknung sorgt dafür, dass das Holz bereits an Schwankungen gewöhnt ist. Es reagiert weniger stark auf Klimaschwankungen als ofengetrocknetes Holz, das plötzlich in eine andere Umgebung gelangt.
Für Innenausbauanwendungen in einem gut klimatisierten Raum, wie einem Büro oder einem Wohnhaus mit Fußbodenheizung, kann ofengetrocknete Eiche hingegen besser geeignet sein. Der Feuchtigkeitsgehalt ist dann bereits auf die trockene Innenumgebung abgestimmt. Das gilt auch für Anwendungen wie alte Holzböden, bei denen ein stabiler und niedriger Feuchtigkeitsgehalt für ein dauerhaftes Ergebnis unerlässlich ist.
Die Wahl hängt also ab von:
Luftgetrocknete Eiche ist in den meisten Fällen die bessere Wahl, wenn es um große konstruktive Elemente, historische Renovierungen oder Projekte geht, bei denen Ausstrahlung und Charakter eine Rolle spielen. Die Kombination aus mechanischer Festigkeit, Stabilität und Patina lässt sich mit ofengetrocknetem Holz kaum erreichen.
Im Einzelnen ist luftgetrocknete Eiche häufig die logische Wahl bei:
Das luftgetrocknete Eichenholz, das wir auf unserem Holzlager vorrätig haben, ist allesamt mehr als fünf Jahre im Freien getrocknet. Das ist kein Zufall. Es ist eine bewusste Entscheidung, die die Qualität des Endergebnisses bestimmt. Lassen Sie sich für Inspiration auch einige ausgeführte Projekte ansehen, bei denen luftgetrocknete Eiche eine zentrale Rolle spielte.
Der Feuchtigkeitsgehalt von Eichenholz bestimmt, wie es sich während und nach der Verarbeitung verhält. Holz mit einem zu hohen Feuchtigkeitsgehalt schwindet nach dem Einbau, was zu Fugen, losen Verbindungen oder Rissen in Oberflächenbeschichtungen führen kann. Holz, das im Verhältnis zur Umgebung zu trocken ist, nimmt Feuchtigkeit auf und kann quellen oder sich werfen.
Für die meisten Innenanwendungen in Deutschland gilt eine Ausgleichsfeuchte von etwa zwölf bis fünfzehn Prozent. Bei Fußbodenheizung liegt dieser Wert niedriger, bei etwa acht bis zehn Prozent. Konstruktionsholz darf bei der Lieferung trockener sein, muss jedoch akklimatisieren, bevor es endgültig eingebaut wird.
In der Praxis bedeutet das, dass bei der Verarbeitung Folgendes zu berücksichtigen ist:
Luftgetrocknetes Eichenholz weist bei der Lieferung in der Regel bereits einen stabilen Feuchtigkeitsgehalt auf, der nahe am Gleichgewicht für eine mitteleuropäische Außenumgebung liegt. Das macht die Akklimatisierung einfacher und die Verarbeitung vorhersehbarer als bei frischem oder künstlich getrocknetem Holz.
Die Wahl zwischen luftgetrocknetem und ofengetrocknetem Eichenholz ist keine Standardfrage. Sie hängt vom Projekt, der Umgebung und den Anforderungen ab, die an das Material gestellt werden. Wir denken dabei gerne mit Ihnen gemeinsam nach.
Auf unserem Holzlager in Doorwerth verfügen wir über einen der größten Bestände an antikem Eichenholz in Europa, von dem ein Großteil mehr als fünf Jahre luftgetrocknet ist. Jedes Stück ist vermessen, etikettiert und über unsere Woodworldwide-Plattform verfügbar. So wissen Sie vor Projektbeginn, was verfügbar ist, in welchen Abmessungen und mit welchen Eigenschaften.
Was wir Architekten, Bauunternehmern und Projektentwicklern bieten:
Haben Sie ein Projekt, bei dem die Wahl des richtigen Holzes entscheidend ist? Fordern Sie ein Angebot an und wir schauen gemeinsam, was am besten passt. Möchten Sie den Bestand erst selbst in Augenschein nehmen? Besuchen Sie das Holzlager in Doorwerth und sehen Sie den Unterschied zwischen luftgetrocknetem und ofengetrocknetem Eichenholz mit eigenen Augen.