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Windgetrocknetes Eichen-Konstruktionsholz fällt von Natur aus in die Brandklasse D gemäß der europäischen Norm EN 13501-1. Das ist die Standard-Brandklasse für massives Holz ab einer bestimmten Dicke, und für die meisten konstruktiven Anwendungen im Gewerbe- und Wohnungsbau ist das ausreichend. Der Windtrocknungsprozess selbst verändert die Brandklasse nicht, aber der niedrige Feuchtegehalt und die hohe Dichte von gut getrocknetem Eichenholz beeinflussen durchaus, wie sich das Holz im Brandfall verhält. Die Fragen, die Architekten und Bauunternehmer in der Praxis zu Brandklasse, Feuerwiderstand und Dokumentation stellen, werden nachfolgend einzeln beantwortet.
Massives Eichenholz fällt von Natur aus in die Brandklasse D gemäß der europäischen Klassifizierung EN 13501-1. Dies ist die übliche Klasse für unbehandeltes, massives Holz, das nicht zu einer schnellen Brandausbreitung beiträgt. Eiche schneidet dabei im Vergleich zu anderen Holzarten verhältnismäßig gut ab, aufgrund seiner hohen Dichte und zähen Zellstruktur.
Die europäischen Brandklassen reichen von A1 (nicht brennbar, wie Beton) bis F (keine Leistung festgestellt). Holz fällt in der Regel in Klasse C, D oder E, abhängig von Holzart, Dicke und Behandlung. Eiche liegt strukturell am besseren Ende dieses Spektrums. Das bedeutet nicht, dass Eiche nicht brennt, sondern dass es sich verhältnismäßig langsam entzündet, eine stabile Verkohungsschicht bildet und dadurch länger seine tragende Funktion erfüllt als viele andere Materialien.
Für den konstruktiven Einsatz ist Brandklasse D in den meisten Situationen ausreichend. Wenn höhere Anforderungen gelten, etwa in bestimmten öffentlichen Gebäuden oder bei spezifischen Brandabschnitten, kann Klasse C oder B erforderlich sein. Das erfordert dann zusätzliche Maßnahmen, auf die weiter unten eingegangen wird.
Der Windtrocknungsprozess verändert die formale Brandklasse von Eiche nicht, hat aber durchaus Einfluss auf das Brandverhalten in der Praxis. Windgetrocknete Eiche hat einen niedrigeren Feuchtegehalt als frisches oder künstlich getrocknetes Holz, was bedeutet, dass weniger Energie benötigt wird, um das Holz zu entzünden. Gleichzeitig sorgt die langsame, natürliche Trocknung für eine höhere Dichte und geringere innere Spannungen.
Holz mit hohem Feuchtegehalt verzögert die Entzündung, weil verdampfende Feuchtigkeit Energie absorbiert. Windgetrocknetes Holz verfügt nicht über diesen Effekt. Dennoch gleicht die hohe Dichte von gut getrocknetem Eichenholz dies weitgehend aus: Dichtes Holz verkohlt an der Außenseite und schützt den Kern länger. Diese Verkohungsschicht wirkt als isolierende Hülle, die die weitere Verbrennung verlangsamt.
Für die Berechnung des Feuerwiderstands, insbesondere der sogenannten Abbrandrate, wird in Eurocode 5 ein Wert von 0,7 mm pro Minute für massives Laubholz verwendet. Dieser Wert gilt unabhängig vom Feuchtegehalt innerhalb des üblichen Bereichs für Konstruktionsholz. Windgetrocknete Eiche weicht davon in der Praxis nicht wesentlich ab. Die windgetrockneten Eichenbalken, die wir liefern, weisen einen Feuchtegehalt auf, der in der Regel deutlich innerhalb der konstruktiven Normen liegt.
Brandklasse und Feuerwiderstand sind zwei verschiedene Begriffe, die häufig verwechselt werden. Brandklasse beschreibt, wie ein Material zu einem Brand beiträgt: wie schnell es sich entzündet, wie viel Wärme es abgibt und ob es brennende Tropfen erzeugt. Feuerwiderstand beschreibt, wie lange ein Bauteil seine tragende oder trennende Funktion im Brandfall behält.
In der Praxis bedeutet das Folgendes:
Für einen Architekten ist diese Unterscheidung bei der Erstellung eines Leistungsverzeichnisses entscheidend. Die Bauordnung stellt Anforderungen an den Feuerwiderstand von Konstruktionen, nicht an die Brandklasse des Holzes selbst, es sei denn, es handelt sich um Oberflächenbeschichtungen oder Verkleidungen. Bei massiven Holzkonstruktionen wird der Feuerwiderstand berechnet oder geprüft, wobei große Querschnitte aus antikem Eichenholz oft von Vorteil sind. Dies gilt gleichermaßen für alte Eichendielen, die sichtbar als Bodenbelag oder Wandverkleidung eingesetzt werden, wobei die Position in der Konstruktion für die geltenden Anforderungen maßgeblich ist.
Wiederverwendetes Eichen-Konstruktionsholz erfüllt in den meisten Fällen die Brandklassenanforderungen, die die Bauordnung 2012 an Konstruktionsholz stellt. Die Bauordnung verweist für Brandleistungen auf die europäische Norm EN 13501-1, und unbehandeltes massives Eichenholz erreicht darin Brandklasse D, was für die meisten Nutzungsarten ausreichend ist.
Die praktische Anwendung hängt von der Nutzungsart des Gebäudes und der Position des Holzes in der Konstruktion ab:
Ein wichtiger Aspekt bei wiederverwendetem Holz ist die Dokumentation. Neues Holz wird mit einer CE-Kennzeichnung und einer Leistungserklärung geliefert. Bei wiederverwendetem Holz fehlt diese Lieferkette in der Regel. Das bedeutet nicht, dass das Holz nicht den Anforderungen entspricht, wohl aber, dass der Architekt oder Tragwerksplaner eine zusätzliche Begründung liefern muss. Mehr dazu im letzten Abschnitt dieses Artikels.
Eine brandhemmende Behandlung ist erforderlich, wenn die Brandklassenanforderungen des Projekts höher sind als Brandklasse D. Das ist nicht bei jedem Projekt der Fall, und die Notwendigkeit hängt stark von der spezifischen Anwendung, der Nutzungsart und der Position des Holzes im Gebäude ab.
Situationen, in denen eine Behandlung häufig erforderlich ist:
Eine brandhemmende Beschichtung oder Imprägnierung kann Eiche auf Klasse C oder sogar B anheben. Wichtig ist, dass diese Behandlung mit der Oberflächenstruktur des Holzes kompatibel ist. Bei antikem Eichenholz, das häufig eine offene Maserung und eine reiche Patina aufweist, ist die Wahl des Produkts und der Applikationsmethode entscheidend für das Endergebnis. Konsultieren Sie stets einen spezialisierten Lieferanten oder Brandschutzberater, bevor Sie eine Behandlung wählen. Möchten Sie sehen, wie Eichen-Konstruktionsholz in der Praxis eingesetzt wird? Schauen Sie sich unsere realisierten Projekte zur Inspiration an.
Bei wiederverwendetem Eichen-Konstruktionsholz verläuft die Dokumentation anders als bei neuem, zertifiziertem Holz. Eine standardmäßige CE-Kennzeichnung ist nicht verfügbar, aber das bedeutet nicht, dass die Brandleistungen nicht belegt werden können. Der Schlüssel liegt in einer Kombination aus Materialidentifikation, normativer Bezugnahme und konstruktiver Berechnung.
Ein praktischer Ansatz für das Leistungsverzeichnis:
Ein gut begründetes Leistungsverzeichnis verhindert Diskussionen in der Ausführungsphase. Für die alten Eichenbalken, die wir liefern, stellen wir auf Anfrage eine detaillierte Materialbeschreibung zur Verfügung, die als Grundlage für die technische Dokumentation dienen kann.
Brandschutz ist ein technisches Thema, aber die praktischen Fragen, die Architekten und Bauunternehmer stellen, sind oft sehr konkret: Was kann ich nachweisen, was benötige ich und was liefert der Lieferant mit? Dabei denken wir aktiv mit.
Haben Sie ein Projekt, bei dem die Brandklasseneigenschaften von Eichen-Konstruktionsholz eine Rolle spielen? Fordern Sie ein Angebot an und geben Sie an, welche technische Dokumentation Sie benötigen. Wir stellen sicher, dass Sie die richtigen Informationen haben, um Ihr Leistungsverzeichnis lückenlos zu gestalten.