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Die CE-Kennzeichnung ist für Konstruktionsholz grundsätzlich verpflichtend, sobald das Material als tragendes Bauteil in einem Bauwerk eingesetzt wird, das unter die Europäische Bauproduktenverordnung (CPR) fällt. Bei wiederverwendetem und windtrockenem Eichenkonstruktionsholz ist die Lage differenzierter: Es hängt von der Anwendung, dem Projekt und der Frage ab, ob das Holz erneut in den Handel gebracht wird. Die nachstehenden Fragen geben für jede Situation eine klare Antwort.
Ja, die CE-Kennzeichnung kann auch für wiederverwendetes Konstruktionsholz gelten, jedoch nur dann, wenn es erneut als Bauprodukt für tragende Anwendungen in den Verkehr gebracht wird. Wird antikes Eichenholz ohne Zwischenhandel direkt in einem Projekt verarbeitet, fällt es nicht unter das CE-Regime. Die Verpflichtung liegt bei der Partei, die das Holz als Produkt auf dem Markt anbietet.
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Auftragnehmer oder Architekt, der wiederverwendetes Holz einkauft und selbst in eine Konstruktion einbaut, nicht automatisch eine CE-Kennzeichnung benötigt. Die Verantwortung für die bauliche Anwendung geht dann auf den Tragwerksplaner und den Bauherrn über. Wird das Holz jedoch als zertifiziertes Konstruktionsholz weiterverkauft, gelten die vollständigen Anforderungen der EN 14081 oder der einschlägigen Produktnorm.
Die Festigkeitsklasse von Eichenkonstruktionsholz wird anhand der Europäischen Norm EN 338 bestimmt, die Festigkeitsklassen wie D30, D40 oder D50 für Laubholz definiert. Die visuelle oder maschinelle Sortierung erfolgt nach EN 1912 und den zugehörigen nationalen Sortiernormen; für Deutschland ist dies DIN 4074-5 für einheimisches Laubholz.
Für antikes Eichenholz ist die visuelle Sortierung die gebräuchlichste Methode. Ein zertifizierter Holzsortierexperte beurteilt das Holz anhand von Merkmalen wie Ästen, Rissen, Holzdichte und Jahrringbreite. Auf Grundlage dieser Beurteilung wird dem Holz eine Festigkeitsklasse zugewiesen. Die maschinelle Sortierung, bei der die Steifigkeit direkt gemessen wird, ist bei wiederverwendetem Holz weniger üblich, da die Abmessungen variabel und das Material unregelmäßig beschaffen sind.
Windtrockene Eiche weist aufgrund der langen natürlichen Trocknungszeit eine hohe Dichte und eine stabile Faserstruktur auf, was sich bei der Sortierung in der Regel positiv auswirkt. Das bedeutet nicht automatisch eine höhere Festigkeitsklasse, aber das Material erfüllt üblicherweise die Anforderungen der Klassen, die für konstruktive Anwendungen gebräuchlich sind.
Eine CE-Kennzeichnung für Konstruktionsholz muss auf Grundlage der Bauproduktenverordnung und der zugehörigen Produktnorm einen festen Satz an Informationen enthalten. Folgende Angaben sind verpflichtend:
Bei wiederverwendetem Holz, das als CE-zertifiziertes Produkt angeboten wird, muss die Leistungserklärung auch die Prüfmethode oder die Grundlage der Sortierung angeben. Fehlt einer dieser Bestandteile, ist die CE-Kennzeichnung rechtlich ungültig.
Eine CE-Kennzeichnung für Konstruktionsholz ist verpflichtend, wenn das Holz als Bauprodukt auf dem europäischen Markt für den Einsatz in tragenden Konstruktionen in den Verkehr gebracht wird und eine harmonisierte europäische Produktnorm dafür existiert. Wird das Holz nicht als Produkt verkauft, sondern direkt verarbeitet, oder handelt es sich um eine nicht tragende Anwendung, ist eine CE-Kennzeichnung in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Konkret gibt es Situationen, in denen die Verpflichtung nicht gilt:
In der Praxis ist es ratsam, für jedes Projekt prüfen zu lassen, ob eine CE-Kennzeichnung erforderlich ist. Das verhindert Diskussionen während des Genehmigungsverfahrens oder bei der Abnahme.
Der Feuchtegehalt von Konstruktionsholz ist ein verpflichtender Bestandteil der CE-Kennzeichnung und hat direkten Einfluss auf die Anwendungskategorie. Windtrockene Eiche weist nach einer Trocknungszeit von mehreren Jahren in der Regel einen Feuchtegehalt auf, der gut zu den Nutzungsklassen für eingebaute Konstruktionen passt, was die CE-Klassifizierung einfacher macht als bei frisch gesägtem Holz.
Die Europäische Norm EN 14081 unterscheidet Feuchtigkeitsklassen anhand der Umgebungsbedingungen, unter denen das Holz eingesetzt wird. Für die meisten Innenkonstruktionen gilt ein Gleichgewichtsfeuchtegehalt von etwa 12 Prozent. Windtrockene Eiche liegt nach fünf oder mehr Jahren Trocknung üblicherweise in diesem Bereich, was sie ohne zusätzliche Trocknungsbehandlung für gängige konstruktive Anwendungen geeignet macht.
Ein zu hoher Feuchtegehalt bei der Lieferung kann nach dem Einbau zu Schwindung, Rissbildung oder Verformung führen, was konstruktive Risiken birgt. Genau darin liegt der praktische Vorteil der langen, natürlichen Trocknungszeit von antikem Eichenholz: Das Material ist dimensionsstabiler als frisches Holz und erfüllt damit die feuchtigkeitsbezogenen Anforderungen in der CE-Dokumentation eher.
Wenn antikes Eichenkonstruktionsholz ohne CE-Kennzeichnung eingesetzt wird, muss der Architekt oder Tragwerksplaner den baulichen Nachweis selbst erbringen. Dies erfolgt über eine sogenannte technische Bewertung oder eine projektspezifische Berechnung, bei der die angenommene Festigkeitsklasse auf Grundlage visueller Sortierung, Materialkenntnis und erforderlichenfalls ergänzender Untersuchungen begründet wird.
In der Praxis fordert eine Genehmigungsbehörde oder eine Aufsichtsstelle dann:
Bei Denkmalrestaurierungen oder Projekten mit abweichendem Materialeinsatz ist eine frühzeitige Abstimmung mit der Gemeinde oder dem Gestaltungsbeirat oft bereits in einer frühen Projektphase erforderlich. Manche Gemeinden akzeptieren antikes Konstruktionsholz auf Grundlage eines bauhistorischen Gutachtens in Verbindung mit einem statischen Nachweis, ohne dass eine CE-Kennzeichnung vorgeschrieben ist. Das erfordert eine gute Abstimmung zwischen Architekt, Tragwerksplaner und Gemeinde.
Für Referenzprojekte, bei denen antikes Eichenkonstruktionsholz eingesetzt wurde, bietet ein Blick auf unsere ausgeführten Projekte konkrete Beispiele dafür, wie dies in der Praxis umgesetzt wurde.
Den Einsatz von antikem Eichenkonstruktionsholz erfordert mehr als die Auswahl geeigneten Materials. Es braucht Materialkenntnis, Dokumentation und einen Lieferanten, der versteht, wie Bauprojekte funktionieren. Genau darin bewegen wir uns mit.
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